Grabstätte Mausoleum Moll

Familie Moll hatte eine Eisengiesserei und ein Emailierwerk in St. Petersburg und auch ein Werk in Neumünster. Dies war dann die spätere Fabrik Land und See, in der im Krieg Messerschmidt-Flugzeuge montiert wurden. Das Mausoleum wurde in den Jahren 1912 bis 1913 vom Architekten Roß entworfen, von dem auch deren Villa in der Carlstraße stammte. Die Grabplatte, die Figur, die Säulen, die Terrakotten und die schmiedeeisernen Gitter sind alle von höchster künstlerischer Qualität. Wir können annehmen, dass die Grabstätte von den gleichen Firmen errichtet wurde, die auch am Bau der Anscharkirche beteiligt waren. Es ist auch anzunehmen, dass der Bildhauer Isenbeck ist. Die Figur besteht aus Marmor, die Säulen aus Muschelkalk. Die Terralkotten wurden von russischen Arbeitern in Handarbeite in Rußland gefertigt und mit den beiden Textplatten nach Neumünster geliefert. Es hat im Mittelalter eine Terrakottawerkstatt in Lübeck gegeben, so dass diese Technik der keramischen Platten eigentlich auch schleswig-holsteinisch ist. Der Ziegelrohbau ist dem Heimatstil zuzuordnen. Die schmiedeeisernen Gitter wurden von der Werkstatt Bergner & Franke in Weimar hergestellt. Das Mausoleum ist nach dem Denkmalschutzgesetz ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung. Von der Stadt ist in den 80er Jahren ein Gutachten des Architekten Manfred Hermenau angefertigt worden, über eine Restaurierung dieses Grabmals in Höhe von ca. 70.000,— Euro. Der Stadt ging das Geld aus, so dass diese Maßnahme nicht durchgeführt wurde. Dennoch konnten die Terrakotten für die Pfeiler, die aufgemauert werden sollten gesichert werden. Sie lagern im Keller der Friedhofskapelle, ebenso einige der schmiedeeisernen Gitter.