Horst Janssen

Horst Janssen gilt heute als einer der bedeutendsten Grafiker und Zeichner der Nachkriegszeit. Als international bekannter Künstler bestimmte er zusammen mit Paul Wunderlich das Image der Hamburger Kunstszene in den Sechziger Jahren.
Seine einzigartige Leistung ist die exzessive und altmeisterlich anmutende Wiederkehr von Figur, Landschaft und Gegenständen in der Kunst zur Zeit der Abstraktion, der Minimal- und Konzeptkunst.
Ab den Siebziger Jahren wandte sich Janssen verstärkt der Radierung zu. Die Ätzradierung „Langenhorn“ bezieht sich auf Drucke nach Sujets des französischen Meisters Gavarni, der am Fin de Siecle arbeitete. Sie zeigt einen Herrn mit Zylinder und Umhang sowie eine Dame mit Regenschirm. Janssen verarbeitete hier das Motiv der unausgesprochenen Trennung, jeder zieht abgewandt seiner Wege –
sie Richtung angedeuteter Häuserfront, er hinaus in die Welt – und deformiert somit das stilisierte Herz
im Bildmittelgrund.

1929 in Hamburg geboren,
1995 ebenda verstorben.

Langenhorn: Kopie ohne Vorlage
1972, Ätz- und Strichätzradierung
Erworben 1975
Standort: Neues Rathaus,
Flur 2. Obergeschoss Nord
(Rechtsabteilung)