Vicelinkirche

Schon Ansgar, der erste Apostel des Nordens, soll in den Jahren 814 bis 840 eine Holzkirche auf dem Gelände der heutigen Vicelinkirche gebaut haben. 1127 besucht Erzbischof Adalbero von Bremen mit Gefolge den Dom in Meldorf. Einer Abordnung aus Mittelholstein, dem sogenannten Gau Faldera, gelingt es, den Priester Vicelin für eine Missionstätigkeit für ihren Landstrich zu gewinnen. 1136 errichtet Vicelin im Schutz des Schwalebogens am Kleinflecken eine Kirche, die Bartholomäuskirche. Der imposante Bau gibt unserer Stadt den Namen: Novum monasterium. Gleichzeitig entsteht ein Augustiner-Chorherrenstift mit neun Ordensbrüdern. Kirche und Kloster werden mehrfach von den Wenden überfallen und teilweise zerstört, aber wieder aufgebaut. Von Neumünster aus gründet Vicelin Kirchen und Gemeinden in Bosau, Bad Segeberg und Oldenburg. 1154 stirbt er in Neumünster an einem Schlaganfall. Seine Gebeine werden in der Kirche bestattet und bei der Verlegung des Klosters nach Bordesholm dort hin überführt. Sie sind seit Jahrhunderten nicht auffindbar.
Fast 700 Jahre werden in der Bartholomäuskirche die Menschen des Kirchspiels Neumünster getauft und am Ende ihres Lebens auf dem Friedhof rund um die Kirche bestattet. Das Gotteshaus ist baufällig und mehrfach vom Blitz getroffen. Als 1762 die Glocke aus der Verankerung reißt und auf die Kirche stürzt, wachsen die Überlegungen, das Gotteshaus abzureißen. Von 1811 bis 1823 entsteht am Kleinflecken eine Großbaustelle. Nach den Plänen des Kopenhagener Oberbaudirektors Christian Frederik Hansen entsteht 1829 bis 1834 ein protestantisches Gotteshaus im strengen klassizistischen Stil, das als bedeutendstes Bauwerk und Wahrzeichen von Neumünster gilt.