Rudolf Heinrich Eggert Timm
Jahrgang 1901
Verhaftet 1934
Polizeigefängnis
Ermordet 25.1.1934

Rudolf Timm, geboren bei Kaltenkirchen, gehörte zu den aktivsten und bekanntesten KPD-Mitgliedern in Neumünster. Als leidenschaftlicher Vertreter seiner politischen Überzeugungen, besuchte er häufig öffentliche Veranstaltungen der NSDAP, um bei den damals üblichen Abschlussdiskussionen für die KPD zu sprechen. Zweimal wurde er wegen Landfriedensbruches zu Haftstrafen verurteilt, später dann selber bei den Unruhen gegen Ende der Weimarer Republik durch Schüsse verletzt. Timm wohnte von 1929 bis 1932 in der Carlstraße, erst Nr. 61, dann Nr. 23. Im März 1933 zog er nach Koblenz, nachdem er für kurze Zeit in „Schutzhaft“ genommen wurde. Seine Freilassung erfolgte gegen das Versprechen, sich nicht mehr politisch zu betätigen. Anfang Januar 1934 kehrte Timm aufgrund einer entsprechenden Aufforderung der Polizei nach Neumünster zurück. Bei der Ankunft erfolgte noch auf dem Bahnhof seine Festnahme. Er wurde im Polizeigefängnis im Haart inhaftiert und hier am späten Abend des 25. Januar 1934 von fünf SS-Männern ermordet, die einen Selbstmord vortäuschten. Der Mord geschah offenbar auf persönliche Anweisung des SS-Reichsführers Heinrich Himmler. Über Timms Tod gab es zunächst mehrere Versionen. Unter anderem hieß es, SA-Männer hätten ihn während eines Transportes erschossen und anschließend einen Fluchtversuch gemeldet. Er starb im Alter von 32 Jahren.

Verlegeort:
Carlstraße 23
Stolperstein-Pate:
WN Bund der Antifaschisten